Bewegender Coaching-Vortrag...
"Das Wichtigste ist das Leuchten der Augen meiner Tochter Marlies, wenn sie vom Skifahren nach Hause kommt", betonte Josef Schild immer wieder.
Der 4-fache Familienvater erzählte aus Erfahrung, wie wichtig der Spaß am Sporttreiben sei und wie schwierig es oft sein könne, die richtige Dosis aus Sportbegeisterung, Ehrgeiz, aber vorrangig die Freude an der Bewegung an die eigenen Kinder weiterzugeben. Ein vielfältiges Bewegungsangebot, das Experimentieren mit neuen Sportarten und das gemeinsame Erreichen optimal gesteckter Ziele seien die Grundlage und Voraussetzung für ein langfristiges Sporttreiben junger Talente, ohne den Leistungssport stets als Qual oder Muss zu sehen.
Schild erzählte ganz offen über Fehler, die er beispielsweise bei seinem Sohn Josef gemacht habe. Zu früh hätte das junge Skitalent mit dem Leistungssport begonnen und durch Verletzungen pausieren müssen, was unweigerlich zu einer Stagnation seiner Leistung und schließlich zum vorzeitigen Karriere-Ende führte. Aus diesen Fehlern habe er als Vater gelernt und versuchte bei seinen beiden Töchtern Marlies und Bernadette einen ganz neuen Weg zu gehen. Nicht das Ergebnis, sondern vielmehr der Spaß an der Bewegung selbst hatte von da an oberste Priorität. Das Ausprobieren und Erlernen unterschiedlichster Bewegungen sollte vor allem bei Jugendlichen bis zum 15. Lebensjahr forciert werden, ohne eine frühzeitige Spezialisierung in einer Sportart vorzunehmen.
Davon ist Schild überzeugt und sprach aus Erfahrung: "Je mehr ich meinen Kindern Freiraum für eigene Entscheidungen und die Möglichkeit der individuellen Entwicklung gab, desto lockerer gingen sie an die Sache heran und desto größer wurde ihre Begeisterung für den Sport."
Auch SSM-Geschäftsführer und Mentaltrainer von Marlies Schild, Dr. Thomas Wörz, wies darauf hin, welch hohen Stellenwert die Freude am Sporttreiben und die Selbstwirksamkeit im Leistungssport haben sollten, um die Motivation der jungen Sportler stets aufrechtzuerhalten. Auch sogenannte "Ups and downs" seien notwendig, um aus Fehlern zu lernen und den Erfolg auch schätzen zu können. "Ohne Höhen und Tiefen fängt unser Leben an zu stagnieren, wir werden emotionslos und irgendwann entwickeln sich Krankheiten wie Depression oder Demenz. Der Mensch braucht Niederlagen, um sich durch eigene Kraft wieder aufzurichten und somit selbst wirksam zu werden", nannte der ehemalige Profi-Sportler einen Erfolgsgaranten für den Nachwuchsleistungssport.
"Dabei wollten wir unseren Kindern doch nur Skifahren beibringen", beendete Josef Schild seine authentischen Erzählungen und motivierte die anwesenden Eltern, Trainer, Lehrer und Sportbegeisterten, den jungen Sporttalenten vor allem die Freude an der Bewegung vorzuleben und zu vermitteln!
05.04.2011 13:09